Dienstag, 1. November 2016

1. SOTG Workshop – Lehrreicher Kickoff in Köln


Das Kölner Damenteam U de Cologne nahm im Oktober am ersten Spirit of the Game (SOTG) Workshop des Deutschen Frisbeesport-Verband e.V. (DFV) teil. Aus fünf möglichen Themen wählten wir zum Auftakt den Schwerpunkt „Avoid Body Contact“, den uns Jörg Benner himself näher brachte.

Deckblatt der begleitenden Präsentation
Der Spirit of the Game ist das Herz und der Grundsatz unseres geliebten Sports. Umso wichtiger ist es, dass sich jeder Spieler und jedes Team mit der Bedeutung dieses Leitsatzes auseinandersetzt. Hierfür entwickelte der DFV unter der Leitung von DFV-Geschäftsführer Jörg Benner eine Workshop-Serie, die dem Thema Spirit mehr Aufmerksamkeit verschaffen soll. Die Basis für die Spirit-Seminare fußt zum Einen auf dem neu aufgesetzten Fair-Play-Bekenntnis‘ des DFV. Dieses sieht vor, „das Fairplay im Rahmen der sportlichen Auseinandersetzung ohne externen Schiedsrichter zu lehren und zu fördern.“ Zum Anderen ist es auch die klare und visualisierte Aufteilung des §1 des Regelwerks in fünf Bereiche, nach denen der SOTG in Spielen auch bewertet wird.

Auftakt der Workshops, die ab dem Frühjahr 2017 in Serie gehen sollen, war das „Premieren-Seminar“ für unser Damenteam U de Cologne am ASV Köln Ende Oktober. Der hiesige Seminarraum platzte aus allen Nähten, was das Interesse an dem Thema ein weiteres Mal bestätigte.

5 x Spirit – Struktur der Schulung
Um der Komplexität des Themas gerecht zu werden, ist die SOTG-Schulung in fünf Bereiche bzw. Workshop-Einheiten unterteilt: Freude am Spielen, Fair Play, Respekt & Verantwortung, Keine Fouls – keine Gewalt sowie Regelkenntnis. Für den Workshop im ASV-Schulungsraum hatten wir das Thema“ Keine Fouls – keine Gewalt“ („Avoid Body Contact“) ausgewählt. Ein wichtiger Aspekt, der praktisch in jedem Spiel auftritt und immer wieder Diskussionen entfacht, sodass es aus unserer Sicht ein sinnvoller Einstieg war.

Alternativer Ansatz 
Um sich dem Thema ganzheitlich zu nähern, stieg Jörg mit einer Geschichte ein, die auf den ersten Blick so gar nichts mit Frisbee zu tun hatte: „Die Axt und der Wald“ erzählt eine schöne Parabel über das Problem, wie viel wir gewähren lassen können und dürfen. Inwieweit lasse ich mich fremdbestimmen? Wie kann ich mich vor der (verbalen) Gewalt eines anderen schützen? Wie begegne ich Nickligkeiten? Und schließlich folgte die Übertragung auf den Sport: Wie verhalte ich mich nach einem Foul angemessen auf dem Spielfeld? Ein weites Feld mit vielen Fragen war eröffnet, die es im Folgenden zu beantworten galt.



Jörg regte immer wieder zum Diskutieren an.

Fouls vermeiden
Wir lernten viel über situatives Verhalten, Raumeinschätzung, Eigen- und Fremdwahrnehmung und wie man andere positiv beeinflusst. Folgerungen wie „Der SOTG ist die erste Regel des Ultimate. Jede Spirit-Verletzung ist also auch eine Regelverletzung.“, unterstrichen die Erkenntnis, dass wir den Spirit sowie die Regeln noch mehr verinnerlichen müssen, um auf dem Spielfeld angemessen reagieren zu können. Gerade was das Callen von Fouls und deren Klärung angeht, ist dies ein entscheidender Aspekt.

Theoretische Ansätze aus der Verhaltenspsychologie und Philosophie flossen in die Analyse ein.
In einer Gruppenarbeit mit jeweils drei bis vier Personen sollten wir uns schließlich Spielsituationen überlegen, auf die wir die soeben gelernte Theorie anwenden konnten. Das führte zu konstruktiven Diskussionen und der gemeinsamen Auseinandersetzung mit Situationen, vor denen viele von uns schon einmal standen.

Ziel des SOTG
Begleitend zum Schwerpunkt „Fouls“ griff Jörg immer wieder die übergeordnete Bedeutung des SOTG auf. So befasste sich auch der Abschlusssatz mit einem wichtigen Appell: Wir sind alle „Bewahrer des Spirit“ (Guardians of the Spirit)! Das bedeutet: Jeder Ultimatespieler ist regelrecht verpflichtet, den Spirit und die Regeln zu verinnerlichen, zu leben und sie an seine Teamkollegen sowie an andere Teams weiterzugeben. Und zwar aus fester Überzeugung und nach bestem Wissen und Gewissen. Jeder von uns übernimmt automatisch diese Verantwortung, wenn er den Sport ausübt. Nur so kann der wichtigste Aspekt unseres Sports, der Spirit, bewahrt werden. 

Videobeispiel eines sehr körperbetonten Spiels.
Fazit
Der Workshop vermittelte uns interessante Aspekte des Miteinanders, das auch über den sportlichen Aspekt und den SOTG hinausgeht. Wir haben in den 2,5 Stunden zwar nur eines der fünf Themenfelder kennengelernt, sind aber überzeugt, dass die anderen vier Workshops ebenso sinnvoll und lehrreich aufbereitet sind. Die Auseinandersetzung mit der wichtigsten Säule unseres Sports trägt sicherlich dazu bei, das Verständnis für den SOTG zu vertiefen. Insofern können wir die SOTG-Workshops nur empfehlen.

Nähere Infos: http://www.frisbeesportverband.de/index.php/ausbildung/sotg-workshops/

Text & Fotos: Katharina Teudt
 

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